Dass eigentümergeführte Unternehmen von Haus aus gesünder seien und dort ein anderer, ein menschlicherer Geist herrsche als in den Konzernzentralen ist ein gerade in der Wirtschaftskrise gern kolportiertes Vorurteil. Vor zwei Jahren bekam ich das Angebot Philip-Daniel Merckle für ein Merianheft über Ulm zu interviewen. Den Sohn also von Adolf Merckle dem großen Unternehmer.
Er wollte sich als dynamischer Nachfolger seines Bruder präsentieren. Doch der junge präsentierte sich seltsam gehemmt, hatte Schwierigkeiten seinem Gesprächspartner ins Gesicht zu sehen. Hatte so jemand die Chance einen großen Koenzern der gerade von Ermittlungen wegen Korruption gebeutelt wurde, zu führen? Das Porträt habe ich passend für ein Reisemagazin, freundlich intoniert, später aber für die FTD noch ein paar kritischere Geschichten Geschrieben. Dann brach das Imperium mit Adolf Merckles Selbstmord zusammen. Zusammen mit den Kollegen Heimo Fischer und Lukas Heiny haben wir jetzt für Impulse die Geschichte dieses Familienunternehmens nachgezeichnet. >>>